WohnenPlus NKL 16, Düsseldorf

Projektdaten
Standort Neuentwicklung Niederkassler Lohweg 16, Düsseldorf-Lörick
Auslober CESA INVESTMENT GmbH & Co. KG, Berlin
nicht-offener 1-phasiger Planungswettbewerb 1. Preis, 2018
Mitarbeiter Kay Wilisch, Christiane Treiber, Iris Baumfeld, Xian Zhu
In Zusammenarbeit mit LÖ Landschaftsarchitektur und Ökologie, Dipl. Ing. A. Bezzenberger
In Zusammenarbeit mit Bollinger + Grohmann Ingenieure / Bauphysik - Schallschutz

Im April diesen Jahres wurden wir neben deutschlandweit 14 weiteren Architekturbüros ausgewählt am Hochbauwettbewerb „WohnenPlus NKL 16“ in Düsseldorf teilzunehmen. Unter den insgesamt 12 eingereichten Arbeiten konnte unser Entwurf die Jury in einem anonymisierten Verfahren überzeugen, die uns mit dem 1. Preis auszeichnete.

Architektonischer Erläuterungsbericht
Das geforderte große Bauvolumen wird durch die Gliederung in 3 kompositorisch aufeinander abgestimmte Baukörper maßstäblich in sein städtebauliches Umfeld eingebunden.

Auf die zweigeschossige Basis mit Flächen für den Einzelhandel, Facharztzentrum, Fitnesscenter, Pflegediensten und einem die Öffentlichkeit einbeziehenden Innenhof setzen sich zwei konträre Baukörper – ein 4-geschossiger Bürokomplex mit kleinteiligen Mieteinheiten und ihm gegenüber nach Norden von der Straße abgerückt der 18 geschossige Wohnturm. Dieser gliedert sich in eine Sockeletage für die Tagespflege (mit direktem Zugang zu den Dachgärten), 16 Wohnetagen mit 1 bis 4 Zi.-Wohnungen, sowie einer Skylobby für alternative Gemeinschaftsnutzungen. In jeder zweiten Wohnetage finden sich zusätzlich im Bereich der Aufzüge gemeinschaftliche, 2-geschossige Wintergärten mit unterschiedlichen Nutzungsthemen als zwanglose Begegnungsflächen für die Hausbewohner.
Die vorgeschlagene maximale Bauwerkshöhe von 62,80 m über dem Straßenniveau nimmt die umliegenden Hochhaushöhen auf und fügt sich so in das Fernbild des Seesternquartiers ein, ohne dieses zu dominieren.

Die weiche Formgebung des Wohnkomplexes stellt einen wohltuenden Kontrapunkt zur umgebenden, harten Gewerbearchitektur dar und bindet sich mit seinen Öffnungen zum begrünten Innenhof fließend in den tangierenden Grüngürtel ein.
Die helle Fassadensprache mit rhythmisierendem Wechsel aus offenen und geschlossenen Flächen (weiße Betonfassadenelemente) verleiht dem Gesamtkomplex eine einheitliche, leichte Anmutung, bei der die Wohnnutzungen durch die eingeschnittenen Loggien mit schallschluckenden Holztafelelementen gut ablesbar ausgestaltet sind, während die Bürofassaden mit ihrer 1,35m-Rasterteilung der Flexibilität moderner Büroimmobilien folgt.

Die problematische Schallschutzsituation des Wohnturms wird nach Süden durch eine geschickte, den Straßen- und Garagenausfahrtslärm abwehrende Anordnung des Bürokomplexes entscheidend verbessert, sowie mit einer Hauptausrichtung der Wohnungsbereiche nach Süden und Westen, abgewandt zu den Nord-östlich gelegenen Lärmquellen. Auf bautechnische Schallschutzlösungen kann so fast vollends für den Wohnturm verzichtet werden.
Der Neubau birgt vielfältige Wege und Sichtbeziehungen – von der Erdgeschossebene zum Grünzug, über die Dachebenen in den weiteren Stadtraum von Niederkassel und zum weiter entfernten Rheinufer. Entsprechend sind die Freiräume „fließend“ gestaltet.

In der Erdgeschoßebene betonen in den Boden eingearbeitete, geschwungene Ortbetonmäander in unterschiedlicher Farbigkeit die Eingangs- und Aufenthaltsbereiche. Die begehbaren Dachebenen im 2. Obergeschoss sind durch an den Rändern angeordnete Gräserfelder und Inseln auf einem Teppich aus extensiver Begrünung gegliedert. Die höheren einsehbaren Dachflächen des Bürokomplexes bilden einen ruhigen Horizont aus extensiver Dachbegrünung.
Die Fahrradstellplätze befinden sich sowohl konzentriert vor dem Markt als auch im rückwärtigen Gebäudebereich. Der Müllsammelplatz ist folgerichtig an der Zufahrt zum Niederkasseler Lohweg angeordnet. Über diese Zufahrt ist auch die Tiefgarageneinfahrt im rückwärtigen Bereich zu erreichen, Störungen im belebten Vorplatzbereich werden so vermieden.
Die Feuerwehrumfahrt erfolgt ebenso an dieser Stelle und knüpft an die Erschließung des Parkplatzes der Hockeyspielfelder an.