Feuerwehrgerätehaus Kleinheubach

Projektdaten
Standort Alte Miltenberger Straße/Im Steiner Kleinheubach
Bauherr Markt Kleinheubach
Realisation 2012 - 2014
Projektteam Andreas Dech, Patrick Becker, Klaus Sattler, Nils Blume, Kay Wilisch
BGF 1642m²

Feuerwehrgebäude werden auf Grund ihrer Funktion, Lage und Stellung im Stadtgefüge meist als klar erkennbare bauliche Solitäre ausgebildet, ähnlich Schulen, einem Rathaus oder kirchlichen Einrichtungen. Sie sind ein fester Baustein im Ortsbild einer Gemeinde und wichtiger sozialer Bestandteil eines funktionierenden Gemeinwesens. Die Planung eines Gerätehauses verlangt daher von uns eine verantwortungsvolle, intensive Auseinandersetzung mit der gestellten Aufgabe, dem Ort und den speziellen Bedürfnissen der Wehr und allen Beteiligten, um all diesen Anforderungen gerecht werden zu können. So entstehen immer wieder der jeweiligen Aufgabe entsprechend sehr eigenständige und markante Gebäude.

Diesem Grundsatz folgt auch der Neubau des Feuerwehrgebäudes für die Gemeinde Kleinheubach in Unterfranken.
Als geeigneter Standort mit guter Erreichbarkeit und kurzen Einsatzzeiten wurde ein Grundstück auf den Steinertsäckern nördlich des Industriegebiets, im Kreuzungspunkt von Alte Miltenberger Straße und Staatsstraße St2441 erworben. In einem sehr speziellen, dreieckigen Grundstückszuschnitt fügt sich das Feuerwehrhaus wie ein großer Findling zwischen die Erschließungsstraßen und vermittelt in seiner zurückhaltenden Farbigkeit und baulichen Ausformung zwischen beginnender Stadt und nahegelegenem Park von Schloss Löwenstein.

Das Gerätehaus wurde als sehr kompakter Baukörper ausgelegt, der durch gezielte Ein- und Ausschnitte besondere Bereiche hervorhebt und akzentuiert. So entstehen ein klar erkennbarer Hauptzugang, großzügige Terrassenbereiche, sowie ein wettergeschützter Ausfahrtsbereich vor der Fahrzeughalle durch diese Auskerbungen. Durch das Aufbrechen entstehen gezielte Transparenzen und machen die unterschiedlichen Funktionen für den Betrachter erkennbar. Farbliche Differenzierungen in diesen Schnittstellen betonen zudem die Modellierung des Baukörpers.

Der Neubau des Feuerwehrhauses besteht aus einer großen Fahrzeughalle mit 11 Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge, Rettungsboot und Anhänger, sowie Umkleiden mit Schwarz-Weiß-Bereichen, Lagerflächen und Werkstätten im Erdgeschoss. Im Obergeschoss ergänzen die an exponierter Stelle angeordnete Einsatzzentrale, sowie die dazugehörenden Verwaltungs- und Aufenthaltsräume von Kommandantur und Bereitschaft den Einsatzbereich. Zudem wurden hier ein großer Schulungsraum, eine Fitnesszone und ein Raum für die Jugendwehr realisiert.

Die Außenanlagen mit großem Einsatz- und Übungshof, sowie 33 Stellplätzen für die Einsatzkräfte stellen durch den Verzicht einer üblichen Einzäunung und mittels einer konsequenten Durchgrünung aller Bereiche die Verbindung zum nahegelegenen Schlosspark her.